Dienstag, 10. April 2012

In ungewohnten Höhen


Nachdem wir nun etwa  3 Wochen rumgereist waren mussten wir uns schon wieder nach neuer Arbeit umgucken, um den Rest der Ostküste genießen zu können.  Die Arbeitsauskunft schlug uns vor etwa auf Höhe von Byron Bay 250km ins Landesinnere in den Ort Stanthorpe zu fahren, da dort Salat, Avocados, Äpfel und viele andere Dinge angebaut werden.
Auf dem Weg dahin machten wir noch einen Abstecher in den kleinen Ort Nimbin, der nichtmal aus 5 Straßen besteht, aber in Australien Kultcharakter besitzt.  Bis in die 70er Jahre hinhein war es nur ein unbedeutendes Kaff mit ein par Bauern etwas im Landesinneren gewesen wie es sie hier häufiger gibt. Dann gab es jedoch dort eine Demonstration gegen den Krieg und für die Legalisierung von Mariuhana, wonach die meisten Hippies gleich dageblieben sind und bis heute dort wohnen.  Es gibt ein par Wohnhäuser und eine Hauptstraße in der sich viele kleine Café´s und Läden aneiander reihen die allesamt sehr bunt gestaltet sind und ungewöhnliche Namen wie “Bringabong “oder “Happy High Herbs“ haben.  Um nicht lang drumrumzureden könnte man auch einfach sagen, dass es bis heute die Hippie-Zentrale Australiens geblieben ist und die örtliche Polizei bei manchen Dingen nicht ganz genau hinsieht.. Wir verbrachten hier eine Nacht und hatten manche lustige Begegnungen mit seltsamen verwirrten Leuten. So zeigte uns eine ziemlich zugedröhnte Frau eine Schlange, die vergeblich versuchte einen Frosch aus einem Spalt zu ziehen.Etwas später wurden wir in der Nacht davon geweckt, als sich ein ,ebenfalls nicht ganz nüchterner, anscheinend Obdachloser wie selbstverständlich bei uns vorne auf den Beifahrersitz setzte um dort zu schlafen. Als Lukas ihm dann erklärte aus welchen Gründen er dort nicht übernachten kann, schnappte er sich verständnislos eine nahliegende Decke und ging raus. Luke holte diese wieder und sah ihn kurz danach dann in den nächsten Van einsteigen. Ich habe während der ganzen Sache übrigens grad mitten in meiner Tiefschlafphase gesteckt und von dem ganzen kein bisschen mitbekommen.
Am nächsten Morgen trafen wir dann zwei Mädchen mit denen wir in Cessnock zusammengearbeitet hatten und fuhren mit ihnen die restlichen 200km über  nahezu nur Feldwege nach Stanthorpe.  Hier angekommen gingen wir erstmal in eine Arbeitsagentur und  bekamen eine Jobzusage von einer Erdbeerfabrik. Da bis zu dem Start der Arbeit noch ein par Tage frei waren  fuhren wir in die nahliegenden Nationalparks und lernten Australien mal wieder von einer anderen Seite kennen: der höchste Berg in Australien ist gerade einmal 1800 Meter hoch und wir waren bisher noch nie durch bergige Landschaften gekommen. In dem Nationalpark ging es immerhin hoch bis auf 1300 Meter und man hatte einen atemberaubenden Ausblick von dort aus. Das Besondere an der Landschaft war, dass es dort unendlich viele unterschiedlich große Granitfelsen gibt, wodurch sich über die vielen Jahre einige spektakuläre  Formationen gebildet haben wohin Wanderwege führten auf denen es einiges zu sehen gab. Neben unendlich vielen Kängurus huschte einmal eine Brown Snake vor uns über den Weg, die nochmal doppelt so lang und dick war als die Schlange von unserer Farm in Adelaide. Nachdem wir eine Nacht im Park geschlafen hatten und am nächsten Tag noch einen an einem Fluss entlang gewandert waren fuhren wir wieder zurück in die Stadt und arbeiteten übergangsweise auf einer Weinfarm und pflückten 7 Stunden Trauben. Nachdem jeder von uns danach einen Scheck über 150 Dollar von dem großzügigen Farmer bekommen hatte guckten wir uns nach einer Unterkunft um und zogen bei einer 72 jährigen deutschen Auswanderin ein. Zufälligerweise wohnten dort schon 5 andere Deutsche die , wie sich einen Tag später herrausstellte, die einzigen Landsmänner auf unserer Farm waren.
Auf unserer Farm werden Erdbeeren herrangezüchtet, da sie hier in der Höhe gut wachsen und werden dann weiter an die Gold Coast in die Nähe von Brisbane geschickt, weil sie dort am Besten blühen.  Unser Job ist diesmal etwas komplizierter zu beschreiben, aber wir versuchen es mal so: Wir stehen den ganzen Tag in einer riesigen Fabrikhalle und kriegen die Pflanzen in Containern hergebracht. Dort müssen wir sie raus holen und auf ein Laufband packen, davon fallen sie dann in sich einen großen drehenden Kreis worin Löcher sind unter denen Trommeln langlaufen. Einer von uns steht dort und muss mit einer Mistgabel die Pflanzen in die Trommeln reinfüllen, wobei einer dann am Ende noch unter ihm steht und alles richtig reinpressen soll. Das Gute an der Sache ist, dass wir zwischen diesen Aufgaben immer wechseln können und es dadurch nicht so langweilig wird. Andererseits ist der Job auch unvorstellbar hart und man hat am Ende eines 9 Stunden Arbeitstages fast keine Kraft mehr um die Pflanzen aus dem Container zu ziehen und man sieht aus als wäre man gerade aus einem Erdloch gekrochen.
Wir machen dies alles auf einer Erhöhung und die Trommeln laufen dann über den Köpfen der Leute hinweg, die die Pflanzen verpacken und von dem Unkraut trennen müssen. Wir sind ein 4er Team und müssen stets dafür sorgen, dass 60 sogenannten Trimmer immer genug Pflanzen auf ihren Tischen haben. Dies sind nahezu alles Koreaner und wir dürften ihren Job gar nicht machen, weil diese angeblich die schnellsten Hände haben.  Insgesamt arbeiten etwa 150 von denen dort unten plus ein Dolmetscher und unserer Meinung nach sehen alle nahezu identisch aus. Warscheinlich um den ganzen  Kim´s auch einmal ein Stückchen Individualität zu verleihen tragen alle einen Barcode mit einer Nummer  um den Hals der eingescannt wird , wenn sieneine Kiste fertig verpackt haben.

Leider wird es durch die erneute Zeitverschiebung hier in Queensland schon um kurz nach 6 schon dunkel, so dass wir meist nur versuchen zumindest den groben Dreck von uns abzuduschen um spätestens  3 Stunden später schon erschöpft ins Bett zu fallen. 
Wir wollen den Job jetzt noch etwa 2-3 Wochen machen und werden danach gutes Geld haben um uns alles entspannt angucken zu können. Leider haben wir dort wo wir wohnen weder Internet noch Handynetz und sind somit ziemlich abgeschnitten vom Rest der Welt. Es kann also eine Weile dauern bis der nächste Blog hochgeladen wird, aber da nachdem wir hier fertig sind der schönste Teil unserer Reise kommt gibt’s sicherlich wieder einiges zu berichten. 


Update: Heute hatten wir unseren letzten Arbeitstag und werden das ganze gleich feucht fröhlich feiern. Morgen geht’s dann ab nach Byron Bay um dort das Osterwochenende zu verbringen und Arbeitskollegen aus Cessnock wiederzutreffen. Dort buchen wir dann unsere Insel-Touren und starten unseren letzten Teil der Reise in Australien! 










Brisbane


Im ziemlich hohen Tempo waren wir die Ostküste hochgefahren um pünktlich beim Festival sein zu können.  Die Eile hatte sich jedoch gelohnt und wir feierten über 10 Stunden lang zu extrem guter Musik, abgerundet von einer großen Lasershow und starkem Regen.
Am nächsten Tag schauten wir uns ein bisschen den Stadtkern an, der zwar ganz nett war, aber uns nachdem wir schon in Sydney waren überhaupt nicht mehr beeindrucken konnte. Da das Wetter sich nicht wirklich besserte und wir am nächsten Morgen unfreundlich von einem Mitarbeiter des Hostels, von dem wir die Tage vorher umsonst die Dusche und den Shuttlebus in die Stadt genutzt hatten, von unserem Parkplatz verjagt wurden beschlossen wir nur noch ein par Besorgungen zu machen und schnell zu verschwinden. Wir fuhren etwa 100 Kilometer runter in den Küstenort Burgleigh Heads und konnten am bei  strahlendem Sonnenschein frühstücken und zusammen mit einem Lizzard den Blick auf Surfers Paradise genießen. Danach machten wir noch eine kleine Wanderung durch einen kleinen Regenwald.
Leider mussten wir uns schon wieder nach Arbeit umschauen und werden jetzt ins Landesinnere fahren und uns so von dem Dresdner, mit dem wir nun schon seit Anfang Dezember unterwegs waren und der am Ende immer unter unserem Bett geschlafen hatte und dem aus dem Ruhrpott verabschieden.
 Als Fazit kann man sagen, dass wir Brisbane als keine schöne Stadt erlebt haben, weil wir aufgrund des schlechten Wetters auch keine Lust auf große Erkundungstouren hatten. Jedoch wird uns das Festival und ein neuer Rekord von über 30 Mücken in unserem Auto in Erinnerung bleiben...

Sonntag, 4. März 2012

Zurueck in die Wildnis!

Leider hat sich die Situation bei unserer Arbeit trotz besseren Wetters nicht veraendert und wir konnten wenn ueberhaupt meist nur um die 3-4 Stunden am Tag arbeiten. Durch den ganzen Regen war es fuer die meisten Farmer eine der schlechtesten Ernten ueberhaupt und sie unterbrachen deshalb den Arbeitstag meist frueh, da viel zu viele Trauben verfault waren. Die restliche Zeit des Tages verbrachten wir dann mit Fussball spielen, Weinproben oder faulenzen in der Sonne, da man sich mit den anderen Backpackern gut angefreundet hatte wurden die Tage dabei jedoch nie langweilig. Viel eher als geplant wurde dann die Erntesaison beendet und wir hatten in dem Monat in Cessnock deutlich weniger verdient, als bei den zwei Wochen Arbeit in Adelaide.


 Das einzig Gute an der Sache war, dass wir nun noch ueber eine Woche Zeit bis zum Festival in Brisbane hatten und uns so den unteren Teil der Ostkueste angucken konnten. Ueberrascht von dem fruehen Ende hatte noch keiner der Arbeiter einen so rechten Plan wo es hingehen sollte, also fuhren wir mit insgesamt 18 Leuten in einen nahliegenden Nationalpark, der uns erstmal wieder daran erinnerte wie schoen und facettenreich Australien ist; eine endlos erscheinende Duenenlandschaft erstreckte sich am Meer entlang und man konnte in die man nur mit einem Gelaendewagen fahren konnte. Zum Glueck hatten einige von uns einen und so wurden nacheinander alle hinein transportiert und das Lager aufgeschlagen. Es war ein lustiger gemeinsamer Abend mit allen zusammen und man merkte wieder verstaerkt ein Gefuehl der Freiheit als man zum Rauschen des Meeres einschlief, von einem Sonnenaufgang geweckt wurde der den ganzen Himmel rot erleuchten liess und wieder den knirschenden Sand beim Essen auf seinen Zaehnen spuerte. :)




Danach reisten die meisten in unterschiedliche Richtungen Australiens weiter und man musste sich von allen verabschieden, was ein eigenartiges Gefuehl war, da man sich in den vergangenen Wochen mit vielen gut angefreundet hatte. Wir reisten wieder zusammen mit dem Dresdner weiter und dazu kam noch einer aus dem Ruhrpott, der auch in Richtung Brisbane wollte. Wir starteten unsere Tour in die naechstgrosse Kuestenstadt Port Macquarie und uebernachteten dort in unseren Autos an einem schoenen ruhig gelegenden Strand und guckten uns am naechsten Tag noch ein Koala Krankenhaus an.






Am naechsten Tag steuerten wir den "Hat Head" Nationalpark an, wo wir an einer Landzunge entlang eine richtig schoene Wanderung machten. Diese war richtig gut, da es ein sehr abgelegener Wanderweg war an dem man keinen anderen Menschen begegnete und man durch eine sehr felsige Landschaft ging von wo man einen schoenen Ausblick auf das Festland und die kleinen Insel drumherum hatte. Danach fuhren wir auf einen Camping-Platz auf dem ausser uns noch ein Paerchen war und man ohne zu bezahlen die Nacht verbringen konnte. Als wir am naechsten Morgen aufwachten stellten wir erfreut fest, dass die Wolken die uns die letzten Tage verfolgt hatten endlich verzogen waren und um unser Auto zehn Kaengurus fruehstueckten.
Wir fuhren etwas weiter in eine kleine Kuestenstadt und fruehstueckten dort, um danach gestarkt 200km den Pacific Highway hinauf nach Coffs Harbour zu fahren.


 Aehnlich wie in den Orten zuvor schliefen wir auch hier am Strand und machten eine Wanderung ueber eine Halbinsel. Wir hatten schon vorher gehoert, dass man hier in manchen Monaten Wale sehen kann, allerdings waren diese Monate schon vorbei. Jedoch sassen wir eine Weile auf Felsen und guckten hinaus auf das Meer. Nach einer Weile wurden wir dafuer dann auch belohnt und wir sahen zum ersten Mal in unserem Leben einen freilebenden Delfin! :) Leider konnten wir den nicht fotografieren, um das ganze zumindest halbwegs beweisen zu koennen haben wir unsere Reaktion darauf nachgestellt:





Als wir nach all diesen Eindruecken schon dachten es kann nicht mehr besser werden kamen wir am naechsten Tag in Byron Bay an. Von dieser Stadt hatten wir schon vorher einiges gehoert und als wir ankamen bestaetigten sich all die Dinge, denn es ist nicht nur der oestlichste Punkt, sondern fuer uns auch bisher der schoenste Ort Australiens! Es ist schwierig zu beschreiben, was genau diesen Ort so ausmacht, da er weder den besten Strand, schoene Wanderwege oder sonstige Highlights hat. Es ist viel mehr das lockere Lebensgefuehl was einem auffaelt wenn man durch die Strassen geht. In der Stadt wohnen nicht einmal 10.000 Einwohner, wovon der Grossteil Surfer oder alte Hippies sind. Allerdings hat man eh mehr das Gefuehl,dass dort mehr Backpacker leben. Die Strassen sind voll mit buntbemalten Vans, die Leute gruessen sich untereinander, Autos halten fuer einen an wenn man ueber die Strassen geht und jeder scheint gluecklick zu sein. Leider waren wir dort nur fuer eine Nacht und haben uns dort mit Kanadiern aus Cessnock getroffen um mit denen feiern zu gehen, doch diese Zeit hat schon gereicht um festzustellen, dass wir dort nach dem Festival unbedingt wieder hinmuessen.


Die Nacht danach vervbrachten wir dann in Coolangetta, wo an dem Tag als wir da waren das Finale des Weltcups im Surfen stattfinden sollte, leider wurde dieser jedoch wegen schlechte Wellen verlegt. Aus zeitgruenden mussten wir nun weiter nach Brisbane reisen, wo wir Morgen mit zehntausenden anderen beim Future Music Festival feiern werden! :)
Danach werden wir die Kueste wieder etwas runtereisen um ein bisschen mehr die Nationalparks im Landesinneren zu erkunden und die Staedte etwas mehr geniessen zu koennen. Also werden wir auch weiterhin viel berichten zu haben, jedoch gibt es fuer quasi Normaden wie uns nur selten Internet, weshalb es wohl noch ein bisschen dauern wird bis der naechste Blog fertig ist.

Dienstag, 7. Februar 2012

Haie, Regen und Weintrauben


Leider konnten wir in letzter Zeit nur selten ins Internet gehen, weshalb es mal wieder ein bisschen laenger gedauert hat euch von dem erlebten zu berichten.



Nachdem wir Budgewoi verlassen haben hatten wir noch eine Woche Zeit zu dem Camping-Platz zu fahren um dort zu arbeiten. Wir fuhren die Kueste etwas weiter hoch in die naechst grosse Stadt Newcastle. Diese ist stark von dem Kohleexport gepraegt und deshalb sehr haesslich. Nachdem wir die ersten beiden Tage mehr im inneren verbracht hatten fuhren wir dann in kleinere Vororte mit einigen schoenen Straenden an. 3 tage verbrachten wir dabei am Redhead-Beach, der gerade bei Surfern sehr beliebt ist. Als wir an unserem ersten Tag nach einem mal wieder eher durchwachsen verlaufenden Surfversuchs aus dem Wasser zu unserem Auto gingen sahen wir bereits einige Polizei Autos vorfahren und wunderten uns ueber die ploetzliche Aufregung. Aufgrund unseres Hungers liessen wir uns jedoch nicht davon abbringen weiter Essen zu kochen. Als nur wenige Minuten danach die ersten Hubschrauber und Fernsehteams eintrafen gingen wir neugierig zum Strand und erfuhren dort, dass ein Surfer von einem Hai angegriffen wurde genau an der Stelle wo wir vorher im Wasser waren!
Dies war ein ziemlicher Schock fuer alle anwesenden dort, da sich in Australien zwar jeder dessen bewusst ist, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit hoeher in diesem Land  von einer herrabfallenden Kokosnus getoetet, als von einem Hai attackiert zu werden. In den Strandgebieten rund um Newcastle gab es das letzte mal ein Angriff dieser Art 1995, weshalb das ganze ueberall in den Nachrichten war. In den naechsten beiden Tagen kreisten meist mehrere Hubschrauber von Fernsehteams und der Kuestenwache ueber den Strand um den Hai auszufinden, ausserdem war es auf nahezu jeder Titelseite und Reporter waren den ganzen Tag vor Ort. Bei all diesem Rummel wurde mit Lukas natuerlich auch mal wieder einer von uns fuer die Nachrichten interviewt.
Als wir am Abend zusammen sassen und die versuchten rauszufinden ob der Surfer ueberlebt hatte kam aus einem Busch auch noch eine Brown Snake auf uns zu und baute sich vor uns auf. Die gute Nachricht des Tages war dann also, dass der Surfer knapp ueberlebt hatte und wir die Schlange nach einem kurzen Kampf auch mit einem langen Stock wegscheuchen konnten.

Nach diesen ereignisreichen Tagen machten wir uns dann auf nach Cessnock rund 50km ins Landesinnere zu reisen Wir waeren laufend wohl schneller da gewesen, weil mitten in der Fahrt das Auto unserer Reisepartner anfing zu qualmen.. Im Gegensatz zu den Supermaerkten in Australien die teilweise 24 Stunden 7 Tage die Woche geoeffnet haben, sind die Mechaniker leider nicht so strebsam und so stellten wir nach unmengen an Telefonaten fest, dass keine einzige Werkstatt im Umkreis geoeffnet hatte. Wir sahen uns also gezwungen unsere Reise fortzusetzen und mussten  immer 5km fahren um danach ueber eine halbe Stunde Pause zu machen, damit der Motor wieder abkuehlen konnte. Wenn man versuchte laenger am Stueck zu fahren schaltete sich das Auto einfach von selbst ab und so mussten wir es einmal durch einen Kreisverkehr schieben. 15 Kilometer vor dem Ende ging dann gar nix mehr und wir standen ratlos neben dem Highway. Von anderen Backpackenr hatten wir gehoert, dass sie ein Abschleppdienst fuer den Transport von gerade einmal 10km schon 200 Dollar gekostet hat, weshalb das fuer uns nicht in Frage kam, Also holten wir alle verfuegbaren Waescheleinen aus dem Auto und befestigten den kaputten Wagen gerade einmal 1 1/2 Meter hinter unserem, um die letzten Teil der Strecke im Schneckentempo am Highwayrand langzurollen.
Dadurch das wir uns dabei einmal verfuhren und uns der Sprit ausging zoegerte sich das ganze nochmal hinaus  und so kamen wir nach 6 Stunden voellig geschafft am Camping-Platz an.
Wir trafen uns dort mit unseren Supervisorn und den restlichen Arbeitern und uns wurde viel Arbeit fuer die naechsten Wochen versprochen. Leider kam es nur 2 Tage spaeter aehnlich wie im Dschungel-Camp zu starken Regenfaellen, so dass wir die gesamte Zeit unter unserer gespannten Plane auf dem Camping-Platz rumhaengen mussten. Bis hierhin hatten wir in Australien maximal 3 verregnete Tage gehabt und so waren wir froh als es 8 Tagen endlich wieder besser wurde. Nach 2 trockenen Tagen konnten wir dann freuten wir uns dann endlich Geld verdienen zu koenen, aber bereits nach dem halben Arbeitstag fing es wieder an zu schuetten und zwar noch viel heftiger als vorher! Die naechsten 72 Stunden gab es durchgehende monsunartige Regenfaelle, einige Strassen mussten gesperrt werden und von unserem Campingplatz kam man nicht mehr runter ohne mindestens einmal stecken zu bleiben. Selbst eine kaeltewelle machte nicht vor uns halt und so sassen wir das erste Mal tagsueber frierend bei unter 20 Grad vor unseren Autos mit dem Wissen keine einzigen trockenen Klamotten mehr zu haben.
Mittlerweile sind wir fast 3 Wochen und die Wetterlage hat sich wieder einigermassen beruhigt. Wir konnten nun schon an 6 Tagen Weintrauben pfluecken, wobei man ueber einen bewoelkten Himmel richtig gluecklich ist. Die Hierarchie beim pfluecken ist klar aufgeteilt: waehrend rund 30 Backpacker ab 6 Uhr morgens im Eiltempo ueber die Felder gehen die abernten stehen meist 2 Supervisor auf einem Trecker und bruellen alle an, dass wir uns gefaelluigst mehr beeilen soll. Bereits am ersten Arbeitstag wurde uns allen nach 10 Minuten gedroht, dass wir gefeuert werden wenn wir so weitermachen. Mitlerweile haben wir uns jedoch etabliert und wir koennen weitgehend in Ruhe arbeiten und zwischendurch ein par naschen :)
Wir hoffen, dass sich das Wetter bis Ende Februar so halten wird, damit wir wenigsten annaehrend so viel Geld wie geplant verdienen koennen. Das Auto unseres Freundes ist leider so kaputt, dass eine Reparatur viel zu teuer wäre und ist somit bis er es verkauft hat nur noch als unser Wohnzimmer zu gebrauchen. Bis Ende Februar werden wir hier noch weiterarbeiten, um danach zu dem Musikfestival nach Brisbane zu reisen. Ob das Geld dann schon fuer Bali reicht werden wir dann sehen, ansonsten wollen wir das am Ende vor Thailand machen.
Obwohl wir viele Stunden hier auf dem Campingplatz verbringen mussten wurde uns nie wirklich langweilig, da man schon wieder richtig viele neue Leute kennengelernt hat, wovon wir mit einigen auch ein kleines Stück weiterreisen wollen. Wir fluchen zwar jeden Morgen aufs neue, wenn der Wecker um 4:45 Uhr klingelt, jedoch ist die Arbeit in Ordnung und man kann viele Geschichten über Australien mit anderen austauschen.
Wir hoffen bei euch ist alles gut und euch deprimiert es nicht allzu sehr, dass wir an manchenTagen 50 Grad mehr hatten ;)

Freitag, 20. Januar 2012

Budgewoi- Das Paradies hat einen (unaussprechlichen) Namen

Nachdem Nationalpark wollten wir in Richtung Norden an der Ostküste hochzureisen. Da wir aufgrund unseres 3-stündigen Hotdogswettessen bei Ikea schon sehr spät dran waren blieben wir noch eine Nacht in Sydney, was unsere Weiterreise auf zwei Weisen veränderte: Der eine Hildesheimer entschloss sich spontan bei einer Finnin zu bleiben und in 3 Wochen nach Brisbane zu uns zu fliegen. Dies war einerseits schade, weil wir uns mit ihm sehr gut verstanden, andereseits freute es aber den Dresdner, da er nun auch mal wieder ein richtigen Schlafplatz hatte. Außerdem lernten wir einen Australier kennen der uns dazu riet den kleinen Küstenort Budgewoi zu besuchen, da es dort sehr ruhig und kaum Touristen geben sollte.
An diesem wären wir sonst natürlich vorbeigefahren, aber so dachten wir, dass wir uns das ganze zumindest mal angucken.
Der Ort hat nur ein Einkaufszentrum und dort leben hauptsächlich Rentner, die ihr Leben lang in Sydney gearbeitet haben und sich dann ein kleines Haus dort gekauft haben. Etwas außerhalb vom Ort liegt zwischen vielen Dünen ein schöner, meist menschenleerer Strand. Wir beschlossen ein bisschen dort zu bleiben und wurden so Zeugen von dem schönsten Sonnenuntergang bzw. Monaufgang, den wir je gesehen haben. Während auf der einen Seite die Sonne hinter den Felsen verschwand und der Himmel rot schien, war es auf der anderen Seite schon dunkel und der Voillmond stieg komplett rot angeleuchtet auf. Fasziniert davon beschlossen wir erstmal länger dort zu bleiben, holten unsere Schlafsäcke, Essen, Gaskocher und schufen uns so unseren kleinen persönlichen Garten Eden. Tagsüber lagen wir faul in der Sonne, schmissen uns in die teilweise 3 Meter hohen Wellen oder bemalten unsere Vans. Am Abend lagen wir dann am Lagerfeuer, suchten die Sternzeichen am Himmel, zählten die Sternschnuppen und kochten uns was zu essen.
Nebenbei riefen wir immer wieder die Arbeitsauskunft für Farmarbeit vom Staat an. Wir hatten uns schon darauf eingestellt 800km hoch nach Queensland fahren zu müssen um zusammen auf eine Farm zu kommen, doch wir hatten Glück und bekamen eine Jobzusage für Cessnock zum Weintrauben pflücken. Dieser Ort ist nur 100km entfernt und liegt relativ nah an der Küste.
Nach 5 Tagen verließen wir Budgewoi und reisten weiter nach Newcastle. Dies ist eine ziemlich hässliche Industriestadt etwas weiter die Küste hoch . Wir haben jedoch einen schönen Strand gefunden an dem wir jetzt leben und uns die Zeit vertreiben. Am 22.01 müssen wir pünktlich um 6 Uhr Morgens auf dem Feld stehen und arbeiten. Das wollen wir dann 2-4 Wochen machen und von dem verdienten Geld erst zu einem großen Musikfestival nach Brisbane fahren und uns danach mal eine Auszeit von dem schönen Wetter in Australien gönnen um es auf Bali zu genießen :)

Leider haben wir im Moment nur selten Internet, deshalb hängen wir meist ein bisschen nach im berichten. In den nächsten Tagen werden wir die Geschichte hochladen, wie an unserem Strand ein Hai einen Surfer angegriffen hat und wie wir danach mal wieder im australischen Fernsehen waren!



Canberra, Sydney und drumrum

Am 29.12 starteten wir von Melbourne aus in Richtung Sydney, da wir dort Silvester feiern wollten. Unsere anderen 4 Mitbewohner hatten sich ein Auto zusammen gemietet und so wurde sich von Chris verabschiedet und losgefahren. Weil wir nicht mehr viel Zeit hatten entschieden wir uns dazu auf den schöneren Umweg an der Küste entlang zu verzichten und durch das Land zu fahren. Nachdem wir die erste Nacht auf einer Raststätte unsere Zelte aufgebaut hatten fuhren wir am nächsten Morgen Canberra an. Die Australier haben bei dem Bau ihrer künbstlichen Hauptstadt wirklich nicht gegeizt und einige Museen und viele Statuen hineingesetzt. Allerdings war das einzig interessante für uns das neue Parlament, welches wir besichtigten. Dieses gibt es erst seit 20 Jahren, deshalb sieht es sehr modern aus. Danach fuhren wir auf einen nahliegenden Berg von dem man auf die ganze Stadt runter blicken kann und stärkten uns für die restlichen 200 Kilometer.
Am Abend kamen wir dann in Sydney an und waren überrascht wie viel stressfreier hier der Stadtverkehr im vergleich zu Melbourne war. Wir kannten dort 2 Jungs aus Hildesheim, die sich nur 5 Minuten von der Central Station eine Backpacker-WG aufgemacht hatten, in der unsere Freunde unterkommen konnten. Wir parkten und schliefen direkt davor und hatten somit den perfekten Ausgangspunkt um die Stadt zu erkunden.
Die Stadt gefiel uns auf Anhieb viel besser als Melbourne, da der Stadtkern viel größer scheint, wodurch die Bürgersteige nicht so überfüllt sind. Außerdem gibt es auch viele Grünflächen zum entspannen und den Botanischen Garten direkt neben der Oper. Überall wurden schon Vorbereitungen für Silvester getroffen, da dort mit 4 Mio Besuchenr jedes Jahr eins der größten feste weltweit gefeiert wird. Nahezu jeder Backpacker kommt zu dieser Zeit in die Stadt und man musste sich gut überlegen wann man wo sein musste um einen guten Blick auf das Feuerwerk zu haben. Unser Plan in den Botanischen Garten zu gehen scheiterte, weil dieser trotz Platz für 800.000 Leute schon um 9 Uhr Morgens komplett überfüllt war. Wir gingen bereits am frühen Nachmittag mit reichlich Goon bepackt los in Richtung Hafen. Obwohl dies ja auch noch relativ früh war kamen wir hier nur in den guten Bereich in dem wir über mehrere Absperrungen kletterten. Am Ende hatte sich die Mühe jedoch gelohnt, da wir neben der Harbour Bridge sitzend einen perfekten Blick auf die Oper hatten. Um 12 gabs es dann ein überwältigendes Feuerwerk mit einem großen Finale direkt auf der Brücke über uns. Danach brauchte man wegen der vollen Straßen zwar über 2 Stunden um von dort aus in einen nicht weit entfernten Club zu kommen, war die Stimmung in überall so gut das einem das nix ausmachte und so feierten wir die ganze Nacht durch und legten uns um 8 Uhr morgens erschöpft ins Auto.




In den nächsten beiden Tagen machten wir eine Hafenrundfahrt und genossen das schöne Wetter am Bondi-Beach, der nur 10 Minuten von der Innenstadt entfernt liegt. Da 3 Leute mit denen wir seit Adelaide immer wieder Streckenweise unterwegs waren am 3.01 wieder zurück nach Melbourne flogen und jemand Geburtstag hatte entschienten wir uns dazu eine spontane Hausparty in der WG zu machen. Die Wohnung ist eigentlich nur für 2 Leute gedacht und der Vermieter wusste natürlich nix davon, dass mitlerweile 8 Backpacker darin hausten. Am Ende waren es dann ganze 18 Leute die drin waren und feierten. Das Problem an der Sache war jedoch, dass die Wohnung am nächsten Morgen in einem guten Zustand sein musste, damit die beiden Jungs von dem Vermieter ihre 500 Dollar wiederbekommen. Getreu des Mottos wer feiern kann kann auch arbeiten feierten wir erst bis 7 Uhr durch und räumten dann alle auf. Wir schafften es gerade rechtzeitig alle kaputten Dinge zu entfernen oder geschickt zu verstecken und so bekamen unsere Kumpels ihre Kaution wieder.
Weil wir uns mit denen sehr gut verstanden und sie in ihrem Auto auch noch einen Platz für unseren Freund aus Dresden hatten beschlossen wir mit denen zusammen weiterzureisen. Allerdings war es uns zu warm um große Fahrten zu machen und so parkten wir so nah wie möglich in einer kleinen Seitengasse am Bondi-Beach. Der Stand ist eine große Lagune mit guten Wellen, also versuchten wir dort auch mal zu surfen. Wir verzichteten natürlich auf lächerliche Trockenübungen am Strand und paddelten einfach mal hinaus zu den anderen guten Surfern. Einige schmerzhafte Momente später entschieden wir uns jedoch dafür es erstmal nur bei den Ausläufern vorne zu probieren. AM Ende des Tages hatten wir zwar keine einzige Welle gestanden, aber gefühlt so viel Salzwasser geschluckt wie in unserem ganzen Leben zuvor zusammen.
Wir campierten dort 3 Nächte bis wir von dem örtlichen Ordnungsdienst verscheucht wurden. Warscheinlich sind wir dadurch aufgefallen, weil der Dresdner zwar mitlerweile einen Fahrplatz im Auto hatte aber darin nicht schlafen konnte. Also schlief er jede Nacht auf seiner Luftmatratze mitten auf dem Bürgersteig.

Gezwungenermaßen ließen wir unsere Surf-Karriere erstmal ruhen und fuhren ein Stück ins innere des Landes. Wenn man nur 50 KM aus Sydney rausfährt reiht sich bereits wieder ein Nationalpark an den anderen und wir hatten Lust darauf mal wieder ein par Tage in der Natur zu verbringen. Wir fuhren in den Blue Mountains National. Dieser trägt den Namen, weil es von weitem so aussieht als lägen die Bäume in einer Art blauem Nebel. Wir stellten fest, dass wir hier einige andere Tiere antrafen die wir vorher noch nie gesehen haben, wie Opossums oder Riesenechsen. Durch den Nationalpark laufen einige Schluchten wodurch es einige schöne Felsformationen gibt. Das Highlight ist jedoch ein Wasserfall der in mehreren Abschnitten einen Berg runter führt und am Ende rund 100 Meter ins Tal fällt. Wir wanderten daran entlang und konnten so an vielen Stellen wieder einmal feststellen wie beeindruckend die Natur hier ist.
Das Beste auf unserer Reise dorthin war jedoch ein Ikea, bei dem für den für australische Verhältnisse unfassbar günstigen Preis von 1 Dollar Hotdogs gab. Natürlich waren wir bereit dafür auch einen kleinen in Kauf zu nehmen und hielten uns dort auf dem Hin- und Rückweg auf und aßen so viel wir konnten. Praktischerweise fanden wir dort mit Einmal-Besteck auch die perfekte Lösung auf unser Abwaschproblem....


Zusammenfassend kann man sagen, dass Sydney eine richtig schöne und vorallem gemütliche Stadt ist. Trotz der vielen Einwohner gibt es viele Orte an denen man super entspannen kann. Wir hatten hier eine super Zeit und wollen jetzt mit den beiden Hildesheimern und dem Dresdner die Ostküste hochreisen und uns nach Arbeit umschauen.





Sonntag, 15. Januar 2012

Alive!

Ja wir beiden leben noch und haben in der letzten Zeit auch einiges erlebt. Leider gabs in den Duenen zwischen den wir meist geschlafen haben kein Internet, also muesst ihr euch noch ein bisschen gedulden, aber dann gibts wieder ein par neue Geschichten! :)